Metropolis - Der Film - Kritik

Irgendetwas muss doch an dem Film dran sein, sonst wäre er heute vergessen. Die Story strotzt vor Klischees und die Aufteilung in Herrenmenschen und eine dumpfe Masse, die in einem Happy-End vereint werden, zeigt keine kritischen Tendenzen. Aber die Virtuosität und der Rhythmus, der aus den Bildern spricht, gekoppelt mit einzigartigen Kulissen und bahnbrechender Tricktechnik macht "Metropolis" bis heute zu einem Kultfilm.

   

Herbert Ihering - Vorbericht zur Premiere
Eine große Filmpremiere. Sehr viel Publikumsbeifall für Fritz Lang, den Regisseur, für Karl Freund, den Operateur, für die Schauspieler Alfred Abel, Heinrich George und Brigitte Helm. Der Film selbst? Ein großer Aufwand mit glänzenden technischen Einzelheiten für eine banale, nicht mehr tragfähige Idee.

"Simpl-Woche für Filmregisseure - Simplicissimus"
Nimm zehn Tonnen Grausen, giesse ein Zehntel Sentimentalität darüber, koche es mit sozialem Empfinden auf und würze es mit Mystik nach Bedarf; verrühre das ganze mit Mark (sieben Millionen) und du erhälst einen prima Kollossalfilm.    

Herbert George Wells - britischer Schriftsteller
Ich habe neulich den dümmsten aller Filme gesehen: Ich glaube nicht, das es möglich ist einen noch dümmeren zu machen. ... Er verabreicht in ungewöhnlicher Konzentration nahezu jede mögliche Dummheit, Klischee, Plattheit und Kuddelmuddel über technischen Fortschritt und den Fortschritt überhaupt, serviert mit einer Sauce von Sentimentalität, die in ihrer Art einzigartig ist.

Lexikon des internationalen Films
Filmästhetisch ein virtuos durchkomponiertes Licht- und Schattenspiel, das durch suggestiven Montagerhythmus und architektonische Phantasie fesselt.

Fritz Lang - Regisseur
Die Hauptthese war von Frau von Harbou, aber ich bin wenigstens zu fünfzig Prozent verantwortlich, weil ich den Film gemacht habe. Ich war damals nicht so politisch bewußt, wie ich es heute bin. Man kann keinen gesellschaftlich bewußten Film machen, indem man sagt, der Mittler zwischen Hand und Hirn sei das Herz - ich meine, das ist ein Märchen, wirklich. Aber ich interessierte mich für Maschinen...

Frank Apel - Betreiber des Filmtheater Metropolis Dresden
Metropolis, die Stadt in der die Armen "Unten" schuften müssen und die Reichen "Oben" lustvoll das Leben genießen. Die Liebe führt zur Versöhnung. Naiver und lächerlicher konnte die Botschaft nicht gestaltet werden. Wo große Stummfilmstars wie Chaplin und Keaton schon lange vorführten, wie man subtil und mit Charme die Dinge des Lebens beschreiben kann, rütteln deutsche Schauspieler mit einer Inbrunst an Türen und Uhrzeigern, das man sich vorkommt, wie im provinziellen Schmierentheater. Warum mutet man sich so etwas zu ?
Weil es fasziniert !
Metropolis hat die Größe und die Kälte dieser Welt. Der Mikrokosmos von zwei Stunden Film führt uns in den Kosmos der Menschheit. Und eben weil in einer Welt, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden die Versöhnung lächerlich ist, bleibt sie uns als Utopie und versöhnt mit dem Film.