Metropolis - Kino - Publikum

Das Kinopublikum

Zunächst mal gibt es den normalen Kinobesucher. Über den gibt es nichts besonderes zu berichten. Er kommt pünktlich, kauft sich eine Karte, vielleicht noch eine kleine Erfrischung, guckt den Film und geht dann friedlich wieder nach Hause. Also, von ihm soll hier nicht die Rede sein. Die folgende Aufzählung ist völlig willkürlich, so daß jeder Leser sich aussuchen kann, welche Spezies ihn besonders aufregt.


Das Pärchen

Ein Indikator, wie lange sie sich schon kennen, wäre: wieviel sie vom Film mitbekommen haben. Die Spanne der Zärtlichkeiten ist groß - vom Händchenhalten bis zu lauten schmatzenden Geräuschen, der Störfaktor für den unbeteiligten Kinobesucher ist die Entfernung der Sitzplätze multipliziert mit dem eigenen Erfolg bei der Partnersuche.

Der Vorsager

Ihn gibt es in verschiedenen Abstufungen: Stufe 1 gibt vor sogenannten Schlüsselszenen des Films Laute wie "Paß auf, jetzt passiert gleich ..." oder "Das ist der Mörder..." von sich. Stufe 2 erläutert seinem Nachbarn vor dem Hauptfilm die wesentlichen Charaktere, worauf er achten sollte und natürlich die Pointen. Leider schaffen es meist beide nicht, ihr Stimmvolumen zu zügeln.

Der Knisterer

Oh, wieviel Unheil hat die Industrie angerichtet, als sie kleine Snacks und Bonbons in Plastetüten verpackte und wie höchst deplaziert sowas auch noch im Kino zu verkaufen. Die Spezies des Schmatzers bzw. Rülpsers fasse ich unter dieser Gruppe zusammen und widme ihnen kein eigenes Kapitel.

Der Nachspannweglasser

Er ist das meistgehasste Objekt des Nachspannguckers, da garantiert Namen von Nebendarstellern oder Soundtrackinformationen hinter seinem breiten Rücken untergehen. Manchmal, aber leider nur manchmal stiehlt sich ein kleines schadenfrohes Grinsen in das Gesicht des Nachspannguckers - nach endlos vielen Namen, kommt noch ein Bonbon.


 

Der Zuspätkommer

Große schwarze Schatten auf der Leinwand machen es selbst Menschen ohne Sehschwäche fast unmöglich den Darstellern und der Handlung zu folgen.

Der Kicherer

Er wird besonders außerhalb von Komödien gefürchtet, vibriert doch sein Zwerchfell meist zur Unzeit.

Der Schluchzer

Hier wäre sicher die weibliche Form am treffensten, denn die Frauen waren es wohl, die Leonardo ein Meer von Tränen hinterherschickten, als er im selben versank.

 

 

Der Danachdiskutierer

Nichts gegen ein paar aufhellende Gespräche unter Freunden, wenn sich die Handlung ( so es eine gab) zu einem Ganzen verbindet, aber wenn es um die existentielle Rolle der Bedeutung in der Schnittechnik der Postmoderne geht...

Der Szenennachspieler

Zugegeben, er ist besonders unter dem jüngeren Publikum zu finden, aber auch manche Erwachsene gebrauchen gern Arme und Beine, um Szenen nachzuspielen, bei Kindern kommt nur die Geräuschkomponente dazu: "krach, peng, zsch, pff...".

 

 

Am nervigsten ist aber wohl

der großgewachsene Kinobesucher

wenn er vor einem sitzt.